Der „Lärm“, der von Kindern, gerade von den Jüngsten, ausgeht, ist leider häufig Anlass für gerichtliche Auseinandersetzungen. Die Kinder halten sich nicht an die Ruhezeiten in der Hausordnung, laufen und springen in der Wohnung, spielen evtl. auch mal mit dem Ball und rufen und lachen wohlmöglich auch noch laut.
Die Nachbarn, die unter oder neben der Wohnung der Familie wohnen, fühlen sich nun in ihrer Ruhe gestört und pochen auf Unterlassung der Ruhestörung und Einhaltung der Hausordnung.
Eben solchen Fall hatte auch das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek im Sommer 2003 zu entscheiden (Urteil vom 23.07.2003, Az. 712 C 175/03) .
Die unter der beklagten Familie (zwei Kinder, 2 Jahre sowie 1 Monat alter Säugling) wohnenden Kläger beantragten, die Eltern gegen Androhung eines Zwangsgeldes zu verurteilen, es zu unterlassen die Kinder während der in der Hausordnung festgesetzten Ruhezeiten in der Wohnung laufen, trampeln und schreien oder kreischen zu lassen.
Die Klage wurde abgewiesen.
Das Gericht hat zunächst festgestellt, dass aus der Hausordnung allein Ansprüche zwischen Vermieter und Mieter, nicht jedoch direkt zwischen den Mietern untereinander herzuleiten sind.
Ein Anspruch der Kläger könne sich nur aus einer Störung des Besitzrechts ergeben, sofern die Kläger nicht zur Duldung der Beeinträchtigung verpflichtet sind.
Eine solche Duldungspflicht hat das Gericht bejaht und u.a. ausgeführt, dass Trampel- und Kreischgeräusche, insbesondere von Kleinstkindern und Säuglingen, auch während der Ruhezeit von den Klägern als sozialadäquat zu dulden sind.
Dem 2jährigen Sohn und der neugeborenen Tochter der Beklagten sei aufgrund ihres alterstypischen Verständnisses vonseiten der Eltern nicht zu vermitteln, dass sie während bestimmter Zeiten bestimmte alterstypische Geräusche und Verhaltensweisen einzuschränken haben.
AG Hamburg-Wandsbek 712 C 175/03
10.01.06 Rechtsanwalt Tim O. Becker
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Kommentare
Habe was vergessen ich bin Eigentümer die Familie über mir sind Mieter,der Vermieter will nur seine Miete.
Gilt da auch das Urteil muß ich eventuell mein Eigentum verkaufen um meine Nachtruhe zu erhalten.
M.f.G. Adelbert Rademacher
Durch die aktuelle Rechtslage bzw. deren Ausnutzung durch Eltern werden lauter unkooperative Egoisten herangezogen, armes Deutschland!
Die Richter, welche solch kinderfreundlic he Entscheidungen treffen, wohnen selbst bestimmt in angenehm ruhiger Lage! Nicht jeder kann sich solches leisten.
Herr Rademacher, ich rate Ihnen zu Ohrstöpseln aus Schaumstoff, die schotten den Krawall ab und lassen den Wecker durch. Ich benutze sie seit Jahren, stehe an 7 Tagen die Woche um 5 Uhr auf und habe neben meinem Schlafzimmer eine 6-köpfige Familie von Egomanen.
Ach ja, lassen Sie doch einfach mal Ihren Wecker auf höchster Lautstärke 1 Stunde laufen (sofern es ein elektronischer ist müsste das gehen). Sowas kann man in der morgendlichen Eile schon mal vergessen, und vielleicht merken die Nachbarn dann, wie schön nächtlicher Radau ist, wenn sie selbst nicht mehr ungestört ausschlafen können...
kann mich hier nur anschließen. In der Wohnung über mir habe ich auch Leute die meinen, dass Kinder alles dürfen. Anfangs habe ich versucht, mit der Mutter des Kindes zu reden. Ich wollte einfach am Wochenende ausschlafen und nicht von Kinderlärm um 6 Uhr geweckt werden. Wenn ich mich dei der Dame wieder einmal beschwere, macht sie dieTür nicht mehr auf. Dann ruft sie die Polizei, weil sie sich von mir bedroht fühlt. Da kann man doch durchdrehen! Da wird man terrorisiert und man wird als Schuldiger hingestellt. Kein Wunder, dass die Menschen irgendwann Amok laufen.
Wie bitte sagt man einem Säugling,er solle ab 18 Uhr bitteschön nicht mehr schreien?!
Soll die Mutter ihn knebeln und fesseln oder was?
Die meisten Eltern leben schon in Angst,irgendjem and könnte sie wegen des natürlichen Krachs der Kinder anscheißen und versuchen wo es geht ihre Kinder ruhig zu halten...
Sagt mir eins:was sollen die Eltern machen?
regelmäßig Ritalin verabreichen,Ki nder verprügeln oder was?
Kein Wunder,dass sich hier keiner mehr Kinder anschaffen will.
Aber Sozialbashing tut ja so gut,nicht wahr?
wie kann ein Mensch überhaupt nur so eine Meinung haben?????
Es geht hier nicht nur um Kleinstkinder, die noch nicht begreifen, sondern um Kinder im allgemeinen, deren E l t e r n "den Schuß nicht mehr gehört haben" und ihre Kinder als "Waffe" nutzen! Dann können sie selbst schön alle Beschwerden abwimmeln und alles auf "die lieben Kinderchen" schieben =
primitiv, unverschänt, arrogant und egoistisch!
Was habe ich mit dem stunden-/tage-/jahrelangen überdrehten Kinderlärm am Kopf, wenn ich kein eigenes Leben in meinem Sinne führen kann?
Es kann doch wohl nicht angegehen, dass ich mein Leben in meiner eigenen Wohnung von einer rücksichtlosen, egoistischen Familien bestimmen lassen muß und noch nicht einmal schlafen kann, wann ich muß oder will - wo sind wir hier eigentlich gelandet?????
Die Kinder werden mittlerweile auf einem 24-karätigem Goldtablett getragen und die Erwachsenen, oder Alten, haben keinerlei Rechte, nur Pflichten. Alles hat ein Ende und bei aller Liebe zu Kindern, dass sie wie eine "heilige Kuh" ohne jegliche Grenzen und Anleitungen für ihre späteres Leben einfach sich selbst überlassen werden - wo soll das enden?
Es gibt eh` schon genug Kriminalität und es wird somit noch mehr! Nur weiter so mit der Kinderverherrli chung - alle werden selber noch erleben, was sie sich selbst und der Zukunft damit antun - armes Deutschland!
Liebe Grüße
Mause
Hier gehts nicht um säuglinge sondern um kleinkinder die um 20 uhr im bett sein sollten und nicht um 23 uhr das haus auf trapp.
es geht hier nicht um den normalen Kinderlärm. Das ist genau das, was man nicht mehr hören kann! Kinder sind eben Kinder, oder: was sollen wir denn machen?Fesseln und knebeln??
Nein liebe Lena(s), darum geht es gar nicht, aber bei verletztem Elternstolz gibt es offenbar immer nur schwarz oder weiß.
Es geht darum, den Kindern zu untersagen, nachts Bobbyvar zu fahren. Es geht darum, dass ein dreijähriges Kind durchaus verstehen kann, was es beudetet, wenn man ihm erklärt, dass es andere stört, wenn es eine halbe Stunde mit einem spielzeug auf dem Boden herumkloppt.
Oder darum, dass Kinder ab einem gewissen Alter auch verstehen können, dass man das Treppenhaus zum durchgehen benutzt und nicht zum spielen. Das sind die sachen die einen so aufregen.
Eltern, die sich darauf ausruhen, dass sie "eben kinder" haben. Damit wird dann ALLES was so passiert gerechtfertigt. Wie wäre es mal, wenn Eltern auch versuchen würden, ihren Teil dazu beizutragen, dass andere nicht gestört werden. Wenn ich zu meinem Geburtstag keine drei Freundinnen einladen kann, um in der Küche zusammenzusitze n, warum darf das kind unter mir den ganzen Tag in der Wohnung rumschreien, zusammen mit 20 anderen kindern und Topfschlagen auf dem Boden spielen? Versteh ich nicht ehrlich gesagt.
Das Stichwort ist GEGENSEITIGE Rücksichtnahme. Hier ist es aber mittlerweile so, dass es sich um eine einseitige Rücksichtnahmep flicht handelt. Nämlich die den Kindern und ihren Eltern gegenüber.
Mfg
das ist ja genau meine Einstellung. Selbst ein einjähriges Kind versteht, dass unter ihm Jemand wohnt. Klappt selbst bei Jungs, wo alle immer sagen, die sind doch so laut. Klar fällt einem vielleicht mal etwas auf dem Boden, passiert auch mal einem Erwachsenen. Da gibt es sogar Menschen, die entschuldigen sich dann, wenn man sie im Treppenhaus trifft. Aber: wir werden JEDEN Morgen von irgenwelchen Schlaggeräusche n auf dem Boden geweckt. Spricht man die Mutter an, lügt sie:" Ne, also hat sie bis 8 Uhr geschlafen". Und wer hat uns um 5.30 Uhr geweckt, frage ich? Diese Frau läßt mich von oben herab abblitzen und geht einfach weiter.
Wenn ich meinen Kindern erkläre, das etwas mal nicht geht, weil unter uns Jemand wohnt, argumentieren sie schon:" Ja aber, die über uns wecken uns doch auch immer auf..." Es geht ja echt nicht darum , ALLES zu verbieten. Auf die richtige Argumentation kommt es doch an. Verständlich und logisch, das versteht der jüngste Mensch. Und ist sogar stolz darauf, etwas gelernt zu haben. Aus Angst, ihre Kinder könnten sich nicht zu Superintelligen zbolzen entwickeln oder bei ihren Kindern weniger beliebt zu sein, lassen solche Eltern alles zu. Sind wir echt zu bequem, unsere Kinder zu sozialen Wesen wachsen zu lassen?
LG, Molly