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Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 16:43 Uhr

Wie es in den deutschen Heizungskellern aussieht, weiß niemand besser als die Schornsteinfeger. Schließlich kontrollieren sie regelmäßig die Einhaltung von Sicherheitsstandards und Abgaswerten. Die regelmäßig veröffentlichte Statistik der Prüfergebnisse zeigt seit Jahren ähnliche Ergebnisse: Viele Geräte sind zu alt und haben zu hohe Abgas- und Energieverluste.

Von den etwa 7,9 Millionen Öl- und Gaskesseln, die 2008 überprüft wurden, fallen rund 650.000 in die Kategorie „mangelhaft“. Hier hilft oft nur der Austausch des Brenners oder die Erneuerung der gesamten Heizungsanlage.

Aber selbst wenn der alte Kessel noch zuverlässig arbeitet, kann eine Modernisierung sinnvoll sein. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat Tipps zusammengestellt, wie Hausbesitzer ihre Heizkosten spürbar senken und für die Modernisierungen auch noch staatliche Förderung erhalten können.

 



Ein Großteil der Kessel hält zwar die gesetzlichen Vorgaben ein, arbeitet aber dennoch nicht mehr optimal. Nach den Erhebungen der Schornsteinfeger ist jeder vierte Öl- und jeder fünfte Gaskessel älter als 20 Jahre und damit nicht auf dem heutigen Stand der Technik. Aufgrund des niedrigen Wirkungsgrades der Oldies sind Energieverbrauch und Heizkosten unnötig hoch.

Moderne Heizkessel strahlen demgegenüber weniger Wärme ab, arbeiten modulierend - das heißt, sie passen ihre Leistung jeweils dem tatsächlichen Wärmebedarf an - und nutzen dank Brennwerttechnik auch die in den Anlagen enthaltene Energie. Wird die Heizung zusätzlich mit einer Solaranlage kombiniert oder ganz auf erneuerbare Energien umgestellt, bedeutet das noch mehr Ersparnis und mehr Umweltentlastung. Diesen heutigen Anforderungen an Energieeffizienz entsprechen nach Erhebungen des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) allerdings erst zwölf Prozent der rund 18 Millionen Heizungsanlagen. Fazit: In deutschen Heizungskellern liegen noch erhebliche, bislang ungenutzte Einsparpotentiale.

Profi-Check als Entscheidungshilfe

Mit einem Heizungscheck, der von vielen Fachbetrieben für etwa 100 Euro angeboten wird, können die Einsparpotentiale genau eingeschätzt werden. Die fachmännische Analyse gibt Aufschluss darüber, ob eine Komplettmodernisierung ratsam ist oder sich die vorhandene Anlage auch mit Einzelmaßnahmen optimieren lässt. Dies kann beispielsweise der Einbau einer energieeffizienten neuen Heizungspumpe sein – veraltete Pumpen sind häufig der größte Stromfresser im Haushalt. Eine andere mögliche Verbesserung ist ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems, der für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgt.

Top-Kombi: Brennwerttechnik mit Solarunterstützung

Entscheidet man sich für den Austausch der gesamten Heizungsanlage, stellt sich die Frage nach dem passenden System: Öl oder Gas, Wärmepumpe oder Pellets, mit oder ohne Einbindung einer Solaranlage – das Angebot an effizienter Heiztechnik ist vielfältig. Kostengünstigste und häufigste Lösung ist der Austausch des alten Öl- oder Gaskessels durch ein modernes Brennwertgerät – im Idealfall mit Solarunterstützung. Da Brennwertkessel Wirkungsgrade von nahezu 100 Prozent erreichen und die Sonne zusätzliche kostenlose Energie beisteuert, sind mit einer solchen Kombilösung Einsparpotentiale von bis zu 40 Prozent realisierbar.

Trotz höherer Anschaffungskosten entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer für Wärmepumpe oder Pelletkessel. Diese Systeme haben ihren Marktanteil von zusammen drei Prozent im Jahr 2000 auf heute fast 20 Prozent gesteigert. Viele Hersteller haben neue Luft-Wärmepumpen entwickelt, für die keine Bohrungen oder aufwendigen Erdarbeiten mehr erforderlich sind, was eine Nachrüstung des Eigenheims wesentlich attraktiver macht. Da die neuen Geräte oft auch für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt sind, eignen sie sich nicht nur für Fußbodenheizungen, sondern auch für normale Heizkörper.

Sinnvoll kann auch die Kombination der Pumpe mit einer anderen Wärmequelle wie dem alten Gaskessel oder einem Kaminofen sein – alles eine Frage der sorgfältigen Planung. Solche Hybridsysteme, in die verschiedene Energieträger eingebunden sind, liegen ohnehin im Trend. Die von Heizkessel, Solaranlage oder einem wasserführenden Kaminofen produzierte Wärme wird dabei in einem zentralen Pufferspeicher gesammelt und bereitgestellt.

Als nächste Technologie stehen Mini-Blockheizkraftwerke vor dem Durchbruch. Diese Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, mit Gas oder Bioöl betrieben, produzieren Strom und nutzen die Abwärme zum Heizen. Neue, kleine Geräte sollen diese Technik auch fürs normale Einfamilienhaus rentabel machen – ein spezielles Förderprogramm mit hohen Zuschüssen gibt es bereits.


Kräftige Finanzspritzen für Modernisierer

Wer seine Heizung modernisiert und dabei erneuerbare Energien einbindet, kann über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Zuschüsse in vierstelliger Höhe erhalten. Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung beträgt die Förderung 60 Euro pro m2, mindestens aber 410 Euro. Wird die Sonne zusätzlich zur Heizungsunterstützung genutzt, kann man sogar mit 105 Euro pro m2 rechnen. Wer mit der Solaranlage erstmals eine Brennwertheizung einbaut, bekommt zudem einen Kesseltauschbonus von 375 bzw. 750 Euro.

Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse (so die offizielle Bezeichnung für Pelletöfen und –kessel), Holzhackschnitzel- und Scheitholzvergaserkessel, werden je nach Art und Größe mit einem Mindestzuschuss zwischen 500 und 2.500 Euro gefördert. Für einen wasserführenden Pelletofen erhält man beispielsweise 1.000 Euro, für einen Pelletkessel mit neuem Speicher 2.500 Euro.

Bei Wärmepumpen richtet sich die Höhe der Basisförderung nach der beheizten Fläche und der genutzten Wärmequelle (Luft, Erde oder Grundwasser). Der Zuschuss beträgt maximal 1.500 Euro bei Luft- bzw. 3.000 Euro für Sole- und Wasser-Wärmepumpen.

Die Basisförderung kann sich durch ein Bonussystem deutlich erhöhen. Das gilt vor allem für besonders effiziente Lösungen und bei der Einbindung einer Solaranlage ins Heizsystem. Auch bei Neubauten werden entsprechende Maßnahmen gefördert, die Basisförderung ist dabei allerdings um 25 Prozent niedriger (ausführliche Infos unter www.bafa.de).

 

Kommentare

avatar Ines Sparbier
0
 
 
Kann es sein,das der Vermieter ein Haus (3Mietpateien) vermietet und der Meinung ist,das sich die Mieter um Oel zu sorgeb haben?Bislang haben wir Warmiete gezahlt.Jetzt ist der Vermieter ausgezogen und sagt,wir müssen uns selber um Oel sorgen.Ist das recht so?


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