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Thermografie - Wärmelecks auf der Spur

Wer die Energiebilanz seiner eigenen vier Wände nachhaltig optimieren will, muss zunächst einmal die Schwachstellen aufspüren. Eine sinnvolle Ergänzung zu einer umfassenden energetischen Gebäudeanalyse kann dabei eine Thermografie sein – vorausgesetzt, sie wird richtig durchgeführt und kompetent ausgewertet.

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall gibt Tipps, worauf energiebewusste Modernisierer dabei achten sollten.

 

 



Bei einer Thermografie wird mit einer Infrarotkamera die Temperatur von Oberflächen ermittelt und anschließend farblich dargestellt. So entstehen schöne bunte Bilder von Häusern. Warme Bereiche von Fassade, Dach und Fenster zeigen rötliche Farben, kältere Bereiche sind blau, Zwischenwerte gehen von Orange über Gelb bis zu Grün. Dem Eigentümer liefert die bunte Ansicht seines Hauses wichtige Informationen: Wo sich Rot zeigt, gelangt Wärme ins Freie – und das bedeutet Energieverluste. Wärmebrücken und undichte Stellen an der Gebäudehülle lassen sich auf diese Weise optisch gut darstellen.

So weit, so schön. Doch die bunten Bilder sind nicht in jedem Sanierungsfall zwingend notwendig. Betrachtet man die Aufnahmen isoliert, ist ihre Aussage-kraft sogar oft gering. Fachleute wie Jens Müller, Vorsitzender des Verbands der Energieberater, hält sie für häufig überschätzt: „Ich kann nur davor warnen, Aufnahmen machen zu lassen und dann zu glauben, daran könne man alles ablesen, was man für die Wärmedämmung wissen muss.“ Ein Wärmebild könne nur im Zusammenhang mit einer genauen Analyse der Bausubstanz eine aussagekräftige Hilfe sein. Oft sei die Suche nach  Schwachstellen mit einem Blower-Door-Test sogar hilfreicher, da dieser die Undichtigkeiten in der Gebäudehülle unmittelbar aufdecke.

Das sieht der Vorsitzende des Bundesverbands Gebäudeenergieberater, Fred Weigl, ähnlich: „Wärmebilder sind ein absolut wichtiges Instrument“, sagt er, doch sie könnten „immer nur eine Ergänzung“ sein. Sinnvoll sei ihr Einsatz etwa dann, wenn es um darum gehe, einen mehrschichtigen Wandaufbau zu analysieren.

Bilder richtig interpretieren

Zudem nützt das schönste Bild nichts, wenn nicht ein Experte daraus die entscheidenden Informationen für das Gebäude ableiten kann. Sich als Laie eine Wärmebildkamera auszuleihen macht wenig Sinn, denn die Deutung der Fotos erfordert einiges mehr an Know-how als nur das Wissen um die grundsätzliche Bedeutung der Farben. Vor einer energetischen Modernisierung ist ein Wärmebild zwar häufig sinnvoll, aber nicht unbedingt notwendig – unschlagbar ist es allerdings, wenn es nach der Sanierung um Gewährleistungsansprüche geht. Denn versteckte Mängel sind oft gar nicht anders zu dokumentieren.

 



Die Suche nach einem geeigneten Energieberater, der sich mit Thermografieaufnahmen auskennt oder dafür einen entsprechenden Experten heranziehen kann, beginnt man am besten im Internet. Sowohl die Deutsche Energieagentur (www.dena.de) als auch das Deutsche Energieberater-Netzwerk e.V. (www.deutsches-energieberaternetzwerk.de) bieten nach Postleitzahlen sortierte Online-Datenbanken, mit denen man Fachleute in seinem Umfeld finden kann. Die Kosten pro Bild liegen bei etwa 100 Euro. Mindestens vier Fotos seien in der Regel nötig, um einigermaßen aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, heißt es beim Verband der Energieberater. Da die Aufnahmen ein Sanierungsvorhaben oft sinnvoll ergänzen können, zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen einer umfassenden Energieberatung einen Zuschuss von 25 Euro pro Thermogramm (für maximal vier Bilder).

Im Winter vor Sonnenaufgang

Auch der Zeitpunkt spielt für Aufnahmen eine wichtige Rolle. Aussagekräftige Aufnahmen erhält man aus naheliegenden Gründen nur während der Heizperiode – „am besten morgens vor Sonnenaufgang im Winter“, so Energieexperte Müller. Denn jede Sonneneinstrahlung verfälscht das Ergebnis. Ebenfalls wichtig: eine möglichst große Temperaturdifferenz zwischen Innenraum und Außenluft. Fachleute raten, Wärmebilder erst bei Außentemperaturen unter 5 °C zu machen. Auch sollte es nicht regnen, und der Hauseigentümer sollte wissen, wann die Aufnahmen gemacht werden. Schließlich muss er seinen Teil zu aussagekräftigen Bildern beitragen – etwa indem er die Nachtabsenkung der Heizung ausnahmsweise einmal aussetzt.
 

 
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